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Auswandern nach Spanien: Vom Abenteuer des Ankommens

Aktualisiert: 7. Juli 2023

In den letzten 3 Jahren hat sich so ziemlich alles in meinem Leben drastisch verändert. Mit meinem Entscheid, meine Heimat, die Schweiz, definitiv zu verlassen und nach Andalusien auszuwandern, habe ich mich auf ein grosses Abenteuer eingelassen. Mein selbstgewählter Weg hielt und hält sowohl viele Glücksmomente und als auch grosse Herausforderungen bereit - auf jeder denkbaren Ebene. Ich möchte Euch hier in diesem Blog ein wenig an meinem neuen Leben teilhaben lassen.


Heute vor 3 Jahren, als die Grenzen wieder offen waren, fuhr ich mit meinem Toyota Yaris los Richtung Süden, mit ein bisschen Wehmut aber vor allem viel Vorfreude im Gepäck. Manchmal scheint es mir richtig surreal, wie sehr sich mein Leben seither verändert hat. Machen wir doch mal einen Vergleich wichtiger Lebensbereiche, Stand heute und vor 3 Jahren:


Stand März 2020

Wohnort: Mietwohnung in der Stadt Zürich, Schweiz

Haustiere: Keine

Arbeit: Sichere Anstellung als Jobcoach in einer guten Firma mit super Teamkollegen

Partnerschaft: Geschieden, Halb-Single, verliebt und in loser Fernbeziehung

Familie & Freunde: Ein grosses Netz mit vielen lieben Menschen um mich, gute tragfähige Beziehungen

Freizeit: Aktiv am Tango- und Flamenco tanzen, als Vocalcoach im Musicalclub, viele Unternehmungen mit Freunden

Gesundheit: Immer ein bisschen zu viel um die Ohren, aber gesund und vital

Finanzielle Sicherheit: gut

Allgemeine Lebenszufriedenheit: Na ja. Gefühl von Monotonie, etwas fehlt, Sehnsucht nach Carlos und nach Veränderung


Was zwischenzeitlich geschah: Globale Pandemie, Spanisch C1 Diplom, 2 befristete Arbeitseinsätze in der Schweiz, 2-jähriges Informatikstudium von Carlos, Schwangerschaft & Geburt unseres Sohnes, Hochzeit, 3 Hitzesommer


Stand Juli 2023

Wohnort: Kleines Haus in den Hügeln oberhalb von Córdoba, Andalusien, Südspanien.

Haustiere: 2 Hunde, 2 Katzen, 6 Hühner

Arbeit: Im Prozess, meine Selbstständigkeit als psychologische Coachin aufzubauen. Seit 5 Monaten ca. im 40%-Pensum.

Partnerschaft: Verheiratet seit 1 Jahr mit Carlos

Familie & Freunde: Seit 1 Jahr Mama eines kleinen Sohnes, viele Bekannte in Cordoba, jedoch wenig nahe Beziehungen

Freizeit: Seit Kurzem in einem Chor, sehr sporadisch Yoga oder Pilates

Gesundheit: Gut erholt von der Schwangerschaft, psychisch teilweise angespannt, oft müde

Finanzielle Sicherheit: Mittel

Allgemeine Lebenszufriedenheit: Im Grossen und Ganzen gut, im Alltag manchmal etwas verschüttet


Was mich selber erstaunt ist die Tatsache, dass ich objektiv gesehen ein sehr gutes Leben in Zürich hatte und trotzdem war da ein gewisses Gefühl von Leere und ein grosser Wunsch nach Veränderung. Ausschlaggebend dafür, dass ich mich entschieden habe, nach Spanien zu gehen, war, dass ich der Beziehung mit Carlos eine Chance geben wollte. Ich konnte und wollte dieses starke Gefühl der Zuneigung nicht länger ignorieren. Die Ferien in Córdoba zu verbringen reichte nicht mehr aus. Mein Entschluss stand fest: Ich gehe nach Spanien. Ich entschied, vorerst 1 Jahr zu bleiben und zu sehen, wie sich unsere Beziehung entwickelt und ob ich mir vorstellen kann, definitiv hier zu leben. Die Sicherheit zu haben, jederzeit in die wohlbehütete Schweiz zurückkehren zu können, brachte mich relativ entspannt durch das erste Jahr, obwohl es mir zu schaffen machte, dass aufgrund der Pandemie keinerlei Besuche in die oder aus der Schweiz möglich waren. Auch allen meinen beruflichen Plänen und dem sozialen und kulturellen Leben machte Corona einen Strich durch die Rechnung, was frustrierend war. Doch ich nutzte die Zeit, um mein Spanisch zu verbessern und zusammen mit Carlos viel auf dem Grundstück zu arbeiten. Ja und bald war das Jahr um und es wurde mir klar, dass daraus eine ernste Sache geworden war. Unsere Beziehung hatte sich gefestigt und ich wusste: Ich werde bleiben. Definitiv Auswandern nach Spanien! Trotz der Traurigkeit darüber, Familie und Freunde die meiste Zeit des Jahres nicht um mich zu haben und trotz der Unsicherheit, wie es beruflich weitergehen würde, war und bin ich mir sicher, dass es die richtige Entscheidung war. Ich habe aber ehrlichgesagt unterschätzt, was es heisst, fremd in einer anderen Kultur zu sein, 24 Stunden lang eine andere Sprache als die Muttersprache zu sprechen, die administrativen Abläufe nicht zu kennen und oft nicht zu verstehen, usw. Und jetzt kommt mit meinem kleinen Sohn eine ganz neue Dimension hinzu.


Bis heute bin ich mitten im Abenteuer des Ankommens in meinem neuen Leben und dabei, es nach meinen Bedürfnissen zu gestalten. Ich finde heraus, wer ich in diesem neuen Kontext bin. Wer ich bin in diesen neuen Rollen als Mutter, Ehefrau und selbstständige Coachin. Es ist gleichzeitig schön, anstrengend, erfüllend, herausfordernd und beängstigend. Ich bin oft verunsichert. Doch es wird leichter. Und ich freue mich darauf, die nächsten Schritte zu gehen. Es gibt noch viele Pläne zu verwirklichen.

97 Ansichten2 Kommentare

2 Comments


Liebe Michaela

Als ich gelesen habe, was du geschrieben hast, erinnerte es mich, wie meine Einwanderung in der Schweiz war. Ich kann nachfühlen, wie es dir geht. So viele Veränderungen zu verarbeiten...

🙏

Luci

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Liebe Luci, vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich glaube ich erfasse erst jetzt so richtig, wie einschneidend es ist, in einem anderen Land neu anzufangen, wo ich selbst in dieser Situation bin. Ich habe grossen Respekt vor allen Menschen, die diese tiefgreifenden Veränderungen meistern. Viele liebe Grüsse, Michaela

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